Peilanleitung

    Was brauche ich zum Peilen?

    Peilgerätschaft
    • Spezialempfänger: Ein kleiner Telemetrie-Empfänger mit Digitalanzeige und Lautsprecher. Der Empfänger ist klein, regenfest, für jeden legal betreibbar und funktioniert mit normalen Batterien. Je näher man zum Peilsender kommt, um so lauter wird der Empfang.

    • Peilantenne: Die 2-Element-Antenne ist handlich und stabil. Die Richtwirkung entspricht unserem Gesichtsfeld. Wenn die Antenne auf den Peilsender zeigt, ist der Empfang am lautesten.

    • Erfahrung: Kommt automatisch mit der Peilroutine und der neuen Sichtweise der Umgebung in Bezug auf Funkwellen. Funkwellen können sich z.B. an Hauswänden spiegeln: besonders gerne, wenn die Wände naß sind oder sie viel Eisen enthalten. Funkwellen sind im Prinzip wie unsichtbare Lichtstrahlen, die aber trotzdem durch Wände gehen können. Diese Eigenschaften lernt man kennen und nutzen.

    Die Empfängereinstellung.

      Der Empfänger ist richtig eingestellt, wenn er so wie abgebildet aussieht und etwas zu hören ist.

      Wir arbeiten im 433 MHz Band, die Anzeige zeigt die eingestellte Frequenz mit 3 Nachkommastellen und die Modulation an (AM).

      Rechts neben dem "AM"-Zeichen befindet sich ein dicker schwarzer Strich (das "S-Meter") der umso länger wird, je stärker der Empfang ist. Im Bild ist der S-Meter-Strich nur sehr kurz, d.h. es gibt momentan keinen Empfang.

      Wenn der Empfänger verstellt ist, siehe: "Empfänger verstellt - was tun?".

    Der Empfang.

    Wenn ein Peilsender empfangen wird, hört sich das so an: Tonbeispiel ABCB.
    Wenn ausser Rauschen nichts zu hören ist, muß mit dem ganz rechten Drehknopf langsam die Frequenz verändert werden - im Bereich 433.850 - 433.950, das sind insgesamt 20 Kanäle.

    Jeder Peilsender hat eine eigene Melodie, die aus 4 hintereinanderfolgenden Tönen besteht.
    Es gibt insgesamt nur 3 verschiede Tonhöhen, sodaß die Melodie eines Peilsenders schnell zu ermitteln ist.
    Die Tonhöhen haben Namen: A (tief, mit "Schluckauf" am Ende), B (mittlere Tonlage) und C (hoher Ton).
    Das obere Tonbeispiel "ABCB" beinhaltet alle 3 vorkommenden Töne.
    Für diese Buchstabenkombination (auch auf dem Peilsender aufgeklebt) hat man sich zuvor in einer Liste das zugehörige Tier vermerkt.

    Um Strom zu sparen werden die Peiltöne nur sehr kurz ausgesendet, aber lange genug, um mit etwas Übung die Tonbuchstaben herauszuhören. In der kurzen Sendezeit kann man die Peilrichtung entweder nach der Lautstärke beurteilen oder anhand des S-Meters. Wenn das S-Meter bei jedem Ton auf Anschlag geht, ist der Peilsender ganz in der Nähe.

    Das Peilen.

    Die Handhabung der Peilantenne ist unkompliziert: man hält sie am Griff vor sich in Sichtrichtung.
    Vorne an der Antenne befindet sich ein roter Punkt (siehe erstes Bild).
    Die Antenne kann mit guter Genauigkeit auch innerhalb des Autos eingesetzt werden.

    Wenn man die Richtung herausgefunden hat, wo der Peilsender die größte Lautstärke erzielt bzw. den höchsten S-Meter-Ausschlag produziert, schaut man automatisch in Richtung des Peilsenders.

    Wichtiger Tipp: Eine soeben ermittelte Richtung überprüft man mehrfach, indem man ca. 5 m in verschiedene Richtungen zur Seite geht und nochmals peilt. Nur wenn 3 oder 4 dieser nah beinander durchgeführten Peilungen in ca. dieselbe Richtung zeigen, kann man dieser Peilrichtung trauen.
    Es passiert oft, daß 4 solcher nah beinander durchgeführten Peilungen alle in unterschiedliche Richtungen weisen. Dann ist der Peilstandort ungeeignet und man sollte mehrere 100m weiter die Peilschritte wiederholen.
    Gute Peilstandorte sind freie Hügel oder unbebautes Feld.

    Die Strategie.

    Es gibt 2 erprobte Peilstrategien, die je nach Gelände auch kombiniert angewendet werden können:

      Die Kreuzpeilung.

      Man peilt von 2-3 verschiedenen Standorten auf das Objekt, ohne der Versuchung zu erliegen, in Richtung des Objekts zu fahren. Man merkt sich dabei die vorherigen "Peilstrahlen" und versucht gedanklich den Schnittpunkt im Gelände zu bestimmen.

      Wenn keine Geländekenntnisse vorliegen, kann man mit einem Kompass die Peilrichtungen bestimmen und in eine Karte als Striche vom jeweiligen Standort aus eintragen. Im Schnittpunkt der Striche bedindet sich dann der Peilsender.


      Das Homing-In.

      Man peilt und fährt in die gepeilte Richtung. Nach einer gewissen Fahrtstrecke - spätestens aber wenn man bemerkt, daß die Lautstärke wieder abnimmt - hält man an und peilt nocheinmal. Dies gibt dann die neue Fahrrichtung vor.

      Gutes Kartenmaterial ist hilfreich wenn es darum geht, Straßen auszusuchen, die der neuen Fahrtrichtung entsprechen.


    Im Nahfeld

    Ist man auf 50 m an den Peilsender ran, ist das S-Meter bei jedem Ton auf Anschlag und es ist kein Lautstärkezuwachs mehr zu erkennen. Hier helfen alle Maßnahmen, um den S-Meter-Ausschlag zu erniedrigen: die Antenne mit dem Daumen berühren, die Antenne dicht über dem Boden halten oder den eingebauten 20 dB-Abschwächer aktivieren (siehe: "Wie den Abschwächer ein/ausschalten?").
    Am einfachsten ist es, das Antennenkabel am Empfänger abzuziehen und nun den Nahbereich zu Fuß ohne Antenne abzusuchen. Ist ohne Antenne das S-Meter auf Anschlag, befindet sich der Sender im 2 m-Umkreis.


    Empfänger verstellt - was tun?

    Der Empfänger kann nur durch einen unabsichtlichen Druck auf einer der 4 Tasten auf der Bedienfront verstellt worden sein. Die Zurückstellung zum Peilbetrieb im 433 MHz Band erfolgt je nach Symptom:

    - Andere Zahl als 433 (z.B. 470) in der Anzeige: solange BND drücken, bis wieder 433 erscheint.
    - Schrift in der Anzeige (z.B. LUXEMB): einmal V/M drücken.
    -"B"-Symbol da: einmal V/M drücken.
    -"AT"-Symbol da: siehe :"Wie den Abschwächer ein/ausschalten?".
    -"AM"-Symbol weg: solange MODE drücken, bis wieder "AM" erscheint.
    -"B" erscheint und Frequenz scannt: kurz auf V/M drücken.


    Wie den Abschwächer ein/ausschalten?

    Hierzu wird die Taste FUNC seitlich links oben verwendet.

    - FUNC drücken und halten
    - MODE kurz drücken
    - FUNC wieder loslassen

    Das Symbol "AT" erscheint nun. Ausschalten in derselben Bedienreihenfolge.


    Wieso hat der A-Ton einen "Schluckauf"?

    Zum Ende des A-Tons werden die Sendercodierungs-Buchstaben (z.B. "ABCB") als digitale Daten übertragen, das hört sich nach "Schluckauf" an. Jeder Peilsender hat deshalb mindestes einen A-Ton mit digitaler Nachricht in seiner Melodie.
    Die digitalen Daten können mit einem speziellen Empfänger und einem PC dazu dienen, z.B. ein Anwesenheitsprotokoll zu erstellen oder bestimmte Futterklappen oder Katzentüren zu öffnen. Mit diesem digitalen Standard sind alle Erweiterungsmöglichkeiten offen.


    Wie lange hält die mitgelieferte Batterie?

    Die Batterielebensdauer beträgt im Dauerbetrieb ca. 3000 Stunden (ca. 125 Tage). Im ausgesteckten Zustand (siehe unten) hat die Batterie eine Lagerfähigkeit von 10 Jahren. Nach 10 Jahren Lagerung hat die Batterie durch Selbstentladung lediglich eine um ca. 14 Tage geringere Lebensdauer. Exakt passende Ersatzbatterien können bei uns bezogen werden. Mit Lötkenntnissen kann die Batterie jedoch auch selber aus einer sogen. 1/2AA Lithium-Fotobatterie hergestellt werden.


    Wie den Peilsender ein/ausschalten?

    Der Peilsender wird betriebsbereit eingeschaltet geliefert. Durch das Entfernen der Batterie wird er ausgeschaltet. Entfernen Sie hierzu bitte zunächst den schwarzen Kunststoffmantel um die Batterie (Bild 1). Hebeln Sie dann vorsichtig mit einem flachen, nicht leitenden Gegenstand (z.B. kleinen Holzkeil) den Chip aus dem Batteriesockel (Bild 2). Das Einschalten erfolgt in umgekehrter Reihenfolge